| |
|
|  |
|
|
|
 |
 |
|
| |
|
| |
|
| |
Druckminderventile - Know How |
| |
Druckminderventile reduzieren einen hohen, oft schwankenden
Druck auf einen einstellbaren, konstanten Druck hinter dem Ventil.
Eine Druckfeder hält das Ventil offen, es schließt
bei steigendem Hinterdruck.
Auswahl
von Ventiltyp und Nennweite
Errechnen Sie mit größtem Durchsatz und kleinstem Differenzdruck
Δp die Betriebsleistungs-Kenngröße, den Kv-Wert (siehe
Druckschrift "Berechnung des Kv-Wertes"). Wählen Sie ein Ventil
dessen Kvs-Wert mindestens 30% größer ist als der errechnete
Kv-Wert. Hochviskose oder bei der Entspannung verdampfende Flüssigkeiten
erfordern weitere Zuschläge. Beachten Sie das Reduktionsverhältnis,
Vordruck p1 geteilt durch Hinterdruck p2. Der
Vordruck wirkt über den Kegel öffnend, der Hinterdruck
über das Membran-Federsystem schließend. Ist das aus den
Betriebsdaten errechnete Reduktionsverhältnis größer als
das angegebene, so kann das Ventil nicht schließen. Druckminderer
sollten nicht überdimensioniert werden. Sie arbeiten am besten im Bereich von 10 bis
70% ihres Kvs-Wertes.
Auswahl von Nenndruck und Werkstoff
Die Nenndruckstufe muss –ohne Sicherheitszuschläge– höher
sein als der maximale Systemdruck. Berücksichtigen Sie
dabei den Einfluss der Temperatur (siehe DIN 2401-1/DIN EN 1333).
Auswahl des Einstellbereichs
Für gute Regelgenauigkeit wählen sie den Einstellbereich
so, dass Ihr gewünschter Hinterdruck an dessen oberer Grenze
liegt. Nehmen Sie z.B. bei 2,3 bar zu regelndem Hinterdruck
den Einstellbereich 0,8 -–2,5 bar und nicht 2 – 5 bar. Wenn
der verfügbare Einstellbereich nicht weit genug ist, kann
bei niedriger Ventilauslastung und geringeren Anforderungen
an die Regelgenauigkeit der untere Wert des Einstellbereichs
unterschritten werden.
Auswahl der Elastomere
Wählen Sie die Elastomere nach Betriebstemperatur und Anforderungen
des Mediums. Gas können z.B. unter hohem Druck in die Elastomere
diffundieren und dann bei Entspannung Schäden verursachen.
Strömungsgeschwindigkeit
Wir empfehlen je nach Druckverlust und zulässigem Geräuschpegel
folgende Strömungsgeschwindigkeiten:
| Flüssigkeiten |
1 |
- |
5 |
m/s |
| Sattdampf |
10 |
- |
40 |
m/s |
| Heißdampf |
15 |
- |
60 |
m/s |
| Gase bis 2 bar |
2 |
- |
10 |
m/s |
| Gase über 2 bar |
5 |
- |
40 |
m/s |
Steuerleitung
Planen Sie eine Steuerleitung ein, wenn der gewählte Druckminderer
für den Betrieb mit Steuerleitung vorgesehen ist. Schließen
sie diese im Abstand von min. 10 x Nennweite hinter dem Druckminderventil
an. In der Steuerleitung sollten keine Absperrorgane verwendet
werden, um übermäßigen Differenzdruck zwischen
Ventilgehäuse und Membrane zu vermeiden. Zur Dämpfung
von Schwingungen aus dem System kann eine Drossel in die Steuerleitung
eingebaut werden, die während des Betriebes nie völlig
geschlossen sein darf. Bei Dampf und Flüssigkeiten muss
die Steuerleitung mit Gefälle zum Ventil hin verlegt werden.
Bei besonderen Einsatzbedingungen, wie z. B. bei intermittierendem
Betrieb mit trockenem Dampf, muss ein Ausgleichsgefäß
eingebaut werden. Die Steuerleitung soll starr sein; elastische
Schläuche können Schwingungen verursachen.
Absicherung Ihres Systems
Bauen Sie ein Sicherheitsventil ein, damit der maximal zulässige
Betriebsdruck des Ventils (normal: 1,5 x max. Einstelldruck)
nicht überschritten wird. Der Ansprechdruck des Sicherheitsventiles
sollte ca. 40% über dem max. Einstelldruck des Druckminderventils
liegen, damit ein Abblasen bei geringen Druckschwankungen vermieden
wird.
Beispiel: bei Einstellbereich 2 - 5 bar Ansprechdruck 1,4 x
5 = 7 bar.
Schutz des Druckminderventils
Um das Druckminderventil vor Beschädigung durch Feststoffpartikel
im Medium zu schützen, sollte ein Schmutzfänger oder
Filter eingebaut und regelmäßig gewartet werden.
Bei Medium Dampf sollte zum Schutz vor Kavitation ein Wasserabscheider,
auch Dampftrockner genannt, vorgeschaltet werden (siehe unten Kapitel "Betrieb mit Dampf").
Sitzdichtheit
Druckminderer sind Regelventile, bei denen kein absolut dichter
Abschluß vorgeschrieben ist (VDI/VDERichtlinie 2174).
Normalerweise werden Druckminderventile dichtschließend
ausgeliefert. Im Betrieb führen Feststoffpartikel oft zu
Beschädigungen und Sitzleckagen. Auf erhöhte Sitzdichtheit
muß bei Bestellung ausdrücklich hingewiesen werden.
Durch besondere Maßnahmen wie z. B. Läppen des Sitzes,
besondere Kegeldichtungen und größere Steuerflächen
kann die Dichtheit wesentlich verbessert werden.
Absperrung
Für Montage, Wartung sowie dichten Systemabschluß
planen Sie vor und hinter dem Druckminderventil Absperrorgane
ein. Beim Schließen der Absperrorgane muß immer
das Ventil vor dem Regler zuerst geschlossen werden. Für
den Notbetrieb ist möglicherweise eine Umgehungsleitung
(Bypass) notwendig.
Panzerung
Bei abrasiven Medien und bei Flüssigkeiten mit einem Druckgefälle
(Vordruck minus Hinterdruck) über 25 bar muß der
Kegel gepanzert sein, über 150 bar auch der Sitz.
Leckleitung
Bei toxischen oder gefährlichen Medien muß das Ventil
eine geschlossene Federhaube (mit Stellschraubenabdichtung)
mit Leckleitungsanschluß haben. Bei Montage vor Ort muß
eine Leckleitung verlegt werden, die bei einem Defekt am Steuerteil
das austretende Medium gefahrlos abführt.
Einbaulage
Für Gase kann ein Druckminderventil in horizontale Leitungen
normalerweise mit der Federhaube nach oben oder unten eingebaut
werden. Der Einbau in vertikale Leitungen ist möglich,
kann aber durch erhöhte Reibung Regelungenauigkeiten und
erhöhten Verschleiß verursachen. Für Flüssigkeiten
wird ein Druckminderventil mit der Federhaube nach unten eingebaut.
So werden Gaspolster vor dem Steuerorgan vermieden, die zum
Schwingen des Ventils führen. Für Dampf muß
ein Druckminderventil mit der Federhaube nach unten eingebaut
werden, um die Membrane durch eine Kondensatabdeckung vor Überhitzung
zu schützen.
Inbetriebnahme
Druckminderer sollten möglichst stoßfrei angefahren
und betrieben werden. Schlagartiges Betätigen vor - oder
nachgeschalteter Armaturen ist zu vermeiden.
Betrieb mit Dampf
In Dampfanlagen muß vor Inbetriebnahme die Wasservorlage
der Membrane aufgefüllt werden. Am Einbauort darf keine
Überhitzung durch zu hohe Umgebungstemperatur oder ungenügende
Wärmeabfuhr z. B. durch Isolierung auftreten.
Viele Dampferzeuger schicken mit dem Dampf sehr viel Wasser in die Leitung.
Selbst eine anfängliche Überhitzung kann durch Wärmeverluste der Leitung verlorengehen,
so dass der Dampf "nass" wird. Für "trockenen Dampf" ist eine Rohrleitungsge- schwindigkeit
von bis zu 25 m/s normal, wobei Nassdampf bereits bei dieser Geschwindigkeit wie ein Sandstrahlgebläse
wirkt und das Kondensat bzw. die Wassertröpfchen Löcher in Leitungen und Ventilsitze bohren.
Zudem behindert das Wasser gerade in Wärmetauschern den Wärmeübergang. Um dies zu vermeiden,
soll das Wasser möglichst rasch und ohne Dampf- verluste durch einen Wasserabscheider, auch Dampftrockner genannt,
entfernt werden.
Einstellung des Drucks
Druckminderventile werden normalerweise mit entspannter Feder
geliefert. Werksseitig ist also der geringste Hinterdruck eingestellt.
Die Einstellung des gewünschten Sollwertes muß bei
Betriebsbedingungen erfolgen.
Wartung
Druckminderventile müssen regelmäßig gereinigt
und gewartet werden.
Öl- und fett- bzw silikonfreie Geräte
Bitte bei Nachbestellungen und Einbau von Ersatz- und Verschleißteilen
unbedingt auf die Öl- und Fett- bzw. Silikonfreiheit achten.
Beachten Sie stets
unsere Betriebsanleitung!
Bei extremen Betriebsbedingungen und in allen Zweifelsfällen
lassen Sie sich bitte durch unseren Techniker beraten.
|



|
|
| |
|
|
 |
|
|
| |
|