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Ent- und Belüfter - Know How |
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Ent- und Belüfter leiten Luft oder Gase automatisch aus Behältern
oder Rohrleitungen ab oder zu. Es sind schwimmergesteuerte Armaturen, die bei steigendem Flüssigkeitsniveau schließen und bei sinkendem
öffnen.
Arbeitsweise
Steigender Flüssigkeitsstand hebt den Schwimmer und schließt
das Ventil, meist über ein Hebelsystem. Sinkt der Flüssigkeitsstand
durch eintretende Luft oder beim Anfahren der Anlage, öffnet
das Ventil und läßt Luft aus- oder einströmen.
Anfahrentlüfter
entlüften Anlagen mit geringem Innendruck beim Anfahren oder
Befüllen. Der Schwimmer wirkt direkt auf den Kegel. Sie haben
einen großen Sitzdurchmesser, um eine schnelle entlüftung bei
weniger als 0,1 bar Druck zu gewährleisten. Während des Betriebes
werden sie vom Behälterinnendruck geschlossen gehalten. Bei
plötzlich auftretendem Vakuum öffnen sie und gleichen den Druck
aus. Dadurch werden Unterdruckschäden vermieden.
Dauerentlüfter
werden verwendet, um im Betrieb anfallende Luft auszuschleusen.
Sie haben eine Hebelübersetzung, so daß sie auch bei geringsten
und hohen Drücken arbeiten. Soll Lufteintritt vermieden werden,
wird der Ausgang mit einem Rückschlagventil versehen. Es sind
dann reine Entlüftungsventile ohne Belüftungsfunktion.
Doppelentlüfter
sind kombinierte Anfahr- und Dauer-Ent- und Belüfter. Sie haben
einen großen Sitz für den Anfahrbetrieb und einen kleinen Sitz
für den Dauerbetrieb, gesteuert von einem Schwimer mit Hebelübersetzung.
Beim Befüllen sind beide Ventilsitze offen. Während des Betriebes
wird der große Sitz vom Innendruck geschlossen gehalten. Die
dann anfallenden geringen Luftmengen werden über den kleinen
Sitz abgeführt. Sinkt der Druck unter 0,1 bar, kann auch der
große Ventilsitz wieder öffnen. Bei auftretendem Unterdruck,
z.B. durch Pumpenausfall, öffnet der große Sitz sofort und vermeidet
Beschädigungen. Läuft eine Druckwelle anschließend in der Leitung
zurück, schließt der große Sitz und die eingeströmte Luft wirkt
als gedrosselter Dämpfer, während sie durch den kleinen Sitz
ausströmt.
Elastomere und
Beschichtung
Die Standardausführungen sind für Wasser bis 80 °C, z.T. 130
°C geeignet. Für Ozon gibt es eine spezielle Ausführung mit
speziellen Elastomeren. Für Kohlenwasserstoffe wird FPM eingesetzt.
Für Thermalbäder, Seewasser und ander chloridhaltige Flüssigkeiten
gibt es Ausführungen mit beschichteten Gehäusen und Innenteilen.
Für aggressive Medien steht eine gummierte Ausführung zur Verfügung,.
Sonderausführungen aus hoch-Molybdänhaltigen Werkstoffen sind
lieferbar. Beachten Sie, daß bei uns Edelstahlentlüfter meist
preiswerter sind als entsprechende Graugußausführungen.
Arbeitsdruckbereich
Wählen Sie den Arbeitsdruckbereich so, daß Ihr maximaler Betriebsdruck
in dessen Grenzen liegt, sonst öffnet sich der Entlüfter nicht.
Wählen Sie Entlüfter-Art und -Größe für die abzuführende Luftmenge
unter Arbeitsdruck aus. Die entsprechenden Tabellen finden Sie
in den Typenblättern. Die dort angegebenen Durchsätze gelten
für das voll geöffnete Ventil, also für den Anfahrzustand bzw.
solange das Flüssigkeitsniveau unterhalb des Entlüfter-Eintritts
ist. Bei stetiger Dauerentlüftung z.B. auf Filterkesseln ist
der Durchsatz um etwa 30% geringer anzusetzen. Dauerentlüfter
dürfen für ruhigen Betrieb und lange Lebensdauer nich überdimensioniert
werden. Ist bei feststehender Anschluß-Nennweite der Durchsatz
zu hoch, kann ein höherer Arbeitsdruckbereich mit entsprechend
geringerem Durchsatz Abhilfe schaffen.
Einbau
Einsatzorte für Entlüfter sind immer die Hochpunkte von Rohrleitungen
und Behältern. Installieren Sie den Entlüfter nicht auf Standrohren
oder Spülleitungen, sondern direkt an dem Punkt, wo sich Luft
sammelt. Wählen Sie einen Bereich mit beruhigter Strömung, sehen
Sie nötigenfalls einen Entlüftungsdom vor. Wählen Sie den Einbauort
so, daß der Entlüfter nicht "schlägt" und dadurch beschädigt
wird. Beim Entlüften dürfen keine Wasserpfropfen mitgerissen
werden und mit hoher Geschwindigkeit in das Gehäuse eintreten.
Planen Sie im Zweifelsfalle ein Prallblech oder Deflektor ein.
Achten Sie darauf, daß der Querschnitt am Behälterausgang nicht
kleiner ist als der Eingang des Ent- und Belüfters. Unter gewissen
Umständen (Dampf, Schaum, sehr hohe Strömungsgeschwindigkeit,
Verschmutzung) kann ein Entlüfter "spucken", d.h. beim Schließen
geringfügig Wasser ausstoßen. Schließen Sie deshalb ggf. eine
Abblaseleitung am Ausgang des Entlüfters an. Bei hohen Luftleistungen,
großer Turbulenz, Zweiphasengemisch oder seitlicher Montage
wegen begrenztem Platz über dem Behälter sollte eine Leitung
zwischen Entlüfterdeckel und dem höchsten Punkt des Kessels
verlegt werden (Pendelleitung wie bei Niveaureglern). Dazu muß
der Ent- und Belüfter einen zusätzlichen Anschluß im Deckel
erhalten.
Druckstoß
Druckstöße oder Wasserschläge können den Schwimmer zerstören.
Anlage ggf. entsprechend absichern.
Wartung
Ent- und Belüfter müssen regelmäßig gereinigt und gewartet werden, insbesondere bei Flüssigkeiten mit Bestandteilen, die sich leicht ablagern (z.B. Eisen, Kalk).
Beachten Sie stets unsere Betriebsanleitung!
Bei extremen Betriebsbedingungen und in allen Zweifelsfällen lassen Sie sich bitte durch unseren Techniker beraten. |

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