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  Auslegung von Druckregelventilen für Flüssigkeiten
  Auswahl eines geeigneten Ventils

Der Kvs-Wert des ausgewählten Ventils sollte dem errechneten und mit den erforderlichen Zuschlägen versehenen Kv-Wert entsprechen. Die meisten Ventile arbeiten am besten im Bereich von 10 bis 70 % ihres Kvs-Wertes, kleine nicht entlastete Ventile – wie z.B. die Druckminderer Typen 502, 505, 506, 510, 762 und 765 – arbeiten auch bei kleinsten Durchsätzen noch zufriedenstellend.

Wählen Sie den Einstellbereich so, dass der gewünschte Sollwert möglichst an der oberen Grenze liegt. Nehmen Sie z.B. bei 2,3 bar zu regelndem Druck den Einstellbereich 0,8 - 2,5 bar und nicht den Einstellbereich 2 - 5 bar, bei dem die betriebsabhängigen Regelabweichungen wesentlich höher wären. Wenn in Sonderfällen der standardmäßige Einstellbereich nicht weit genug ist, kann bei niedriger Ventilauslastung und geringeren Ansprüchen an die Regelgenauigkeit der Einstellbereich unterschritten werden. Dann kann z.B. ein Druckminderer mit dem Einstellbereich 0,8 - 2,5 bar auch bei 0,5 bar noch zufriedenstellend arbeiten.

Wählen Sie die Werkstoffe den betrieblichen Anforderungen entsprechend und mit Hilfe der Beständigkeitstabelle aus.

Kommen wir zurück zu unserem Beispiel:

Anhand der Betriebsdaten hatten wir ermittelt, dass der Kvs-Wert mindestens 3,61 m³/h sein sollte. Nach unserer Auswahltabelle stehen hierfür mehrere Ventiltypen zur Verfügung. Aufgrund der Eigenschaften des Fluids entscheiden wir uns für den Druckminderer Typ 652 DN 25, Kvs-Wert 6 m³/h, Einstellbereich 2 - 5 bar, Federhaube mit Leckleitungsanschluß. Dieses Ventil besteht standardmäßig aus Werkstoffen, die sehr gut für Methanol geeignet sind. Außerdem zeichnet es sich durch hohe Regelgüte, geringes Gewicht, gute Oberflächenqualität und einen für Edelstahlventile äußerst günstigen Preis aus.

Noch ein Beispiel:

Gesucht wird ein Überströmventil, das bei 10 bar 250 m³/h Trinkwasser in ein offenes Becken abströmen lassen kann.

Zunächst ermitteln wir den Betriebsdaten entsprechenden Kv -Wert. Obwohl der Differenzdruck ( p1 - p2 ) 10 bar ist, setzen wir wegen der im Ventilsitz auftretenden Verdampfung nur einen Differenzdruck von 0,6 x p1 [bara] also 6,6 bar bei der Berechnung ein. Somit ist



Der KVS-Wert der Armatur sollte dann mindestens 1,3 x 97,3 = 126,5 m³/h sein.

Wir entscheiden uns für das pilotgesteuerte Überströmventil Typ 824 DN 200, KVS-Wert 180 m³/h, Einstellbereich 4 – 12 bar, - ein relativ preisgünstiges, leichtes und sehr regelgenaues Ventil aus Edelstahl.

Und noch ein Beispiel:

Gesucht wird ein CIP-fähiges Druckminderventil, mit dem 1-3 l/min vollentsalztes Wasser von 2 - 4 bar auf 0,7 bar reduziert werden können. Die Rohrleitung ist in DN 25 mit Klemmverbindungen nach DIN 32 676 ausgeführt.

Anhand der Betriebsdaten rechnen wir wieder den Kv –Wert aus



Das Ventil sollte dann einen Kvs-Wert von mindestens 1,3 x 0,16 = 0,21 m³/h haben.

Wir entscheiden uns für den Druckminderer Typ 152 DN 25, Kvs-Wert 3,5 m³/h, Einstellbereich 0,8 - 2,5 bar, ein polierfähiges Edelstahlventil in Eckausführung. Wir haben uns dafür entschieden, obwohl der Kvs-Wert des Ventils relativ hoch ist und der geforderte Hinterdruck außerhalb des angegebenen Einstellbereichs liegt.Aus umfangreichen Prüfstandsversuchen wissen wir nämlich, dass dieses Ventil für o.g. Betriebsbedingungen sehr gut geeignet ist.

Dieses Beispiel sollte zeigen, dass man bei guter Kenntnis des Betriebsverhaltens die Armaturen in Sonderfällen auch außerhalb der im Katalog genannten Anwendungsbereiche einsetzen kann.

Flüssigkeiten Gase Dampf
  Kv-Wert   Kv-Wert   Kv-Wert
  Nennweite   Nennweite   Nennweite
  Ventilauswahl   Ventilauswahl   Ventilauswahl


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