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ATEX

Der Begriff ATEX bezieht sich auf Richtlinien der Europäischen Union zum Explosionsschutz und leitet sich von der französischen Abkürzung für ‚Atmosphères Explosibles‘ ab. 

Was genau ist ATEX?

Die ATEX-Richtlinien regeln EU-weit das Inverkehrbringen und den bestimmungsgemäßen Einsatz von elektrischen und mechanischen/nicht-elektrischen Geräten, Schutzsystemen und Komponenten in explosionsgefährdeten Bereichen sowohl für Hersteller (2014/34/EU) als auch für die Betreiber (1999/92/EG).

Als Rechtsgrundlage dient die frühere Richtlinie 94/9/EG – ATEX 95 zum Explosionsschutz, die seit dem 1. März 1996 in deutschen Gesetzen verankert ist und die Zündquellen, die Analysemethoden und die Anforderungen für explosionsgeschützte Geräte, Schutzsystemen und Komponenten definiert. Eine explosionsfähige Atmosphäre wird definiert durch ein Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen, Nebeln oder Stäuben.

Mit den ATEX-Richtlinien der EU wurden 2014 die Rechtsvorschriften für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union vereinheitlicht und 2016 durch Überarbeitung der 11. ProdSV ins deutsche Recht überführt.

Regeln + Gesetze

  • ATEX Betriebsrichtlinie 1999/92/EG
  • ATEX Produktrichtlinie 2014/34/EU (11. ProdSv)
  • TRGS (Technische Regeln für Gefahrstoffe)
  • TRBS (Technische Regeln für die Betriebssicherheit)
  • DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung)
  • BGR (Berufsgenossenschaftsordnung)
  • BGV (Berufsgenossenschaftliche Regeln)
  • Maschinenrichtlinie 2006/42/EG  (9. ProdSv )
  • Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU  (14.ProdSv)

Die Geräte werden in zwei Gruppen eingeteilt: Gruppe I ist anwendbar für den Bergbau, Gruppe II betrifft alle übrigen Bereiche, die eine explosionsfähige Atmosphäre besitzen. Je nach Grad der individuellen Gefährdung wird das Produkt in seinem Bereich einer Zone zugeordnet. Die Häufigkeit des Auftretens einer explosionsfähigen Atmosphäre ist der entscheidende Aspekt für die Zuordnung des Sicherheitsniveaus auch für das Gerät.


 

Zündtemperatur und Temperaturklasse

 

Temperaturklasse T1
≤ 450°C
T2
≤ 300°C
T3
≤ 200°C
T4
≤ 135°C
T5
≤ 100°C
T6
≤85°C
Explosionsgruppe
II A Aceton
(540°C)

Propan
(470°C)
n-Butan
(365°C)

Dichlorethan
(440°C)
Benzin
(220 - 330°C)
Acetaldehyd
(140°C)
   
II B Stadtgas
(560°C)
Ethylen
(425°C)
Schwefel-
wasserstoff
(270°C)
Ethylether
(180°C)
   
II C Wasserstoff
(560°C)
Acetylen
(305°C)
      Schwefel-
kohlenstoff
(95°C)

 

Temperaturzuordnung von Temperaturklasse und Betriebstemperatur

 

Temperaturklasse max. zul. Betriebstemperatur Mankenberg Produkt max. Oberflächentemperatur Gerät Zündtemperatur
T1 130 °C ≤ 450 °C > 450 °C
T2 130 °C ≤ 300 °C > 300°C bis ≤ 450 °C
T3 130 °C ≤ 200 °C > 200°C bis ≤ 300 °C
- 130 °C 155 °C -
T 4 110 °C ≤ 135 °C >135 °C bis ≤ 200 °C
T 5 75 °C ≤ 100 °C > 100 °C bis ≤ 135 °C
T 6 60 °C ≤ 85 °C > 85 °C bis ≤ 100 °C

 


 

Temperaturklassen

Unsere Druckgeräte für den Einsatz im Ex-Bereich haben keine bzw. nur eine sehr geringe Eigenerwärmung. Die max. Oberflächentemperatur, die gekennzeichnet werden muss, ist bei Mankenberg vorrangig von der Temperatur des durchströmenden Mediums abhängig. 

Eine Angabe der Temperaturklasse T1 oder T6 ist demnach nicht zulässig und wird mit einem Bereich angegeben
z.B. T6 …T4 oder +85 °C …+130 °C.

 


 

Zulässige Umgebungstemperatur

Die zul. Umgebungstemperatur muss angegeben werden, wenn diese nicht -20 °C bis +60 °C beträgt.

Ein anderer Temperaturbereich als der Normale wird mit X oder z.B. -10 °C <= Ta <= +130 °C  angegeben.

» Ex II 2G Ex h IIB 85°C...130°C Gb X

Das "X" in der ATEX-Gerätekennzeichnung weist den Kunden auf besondere Bedingungen im Umgang mit dem Gerät hin. Diese Hinweise sind in der Betriebsanleitung beschrieben.

 


 

Auswahlkriterien für Geräte und Schutzsysteme

In allen Bereichen, in denen explosionsfähige Atmosphären vorhanden sein können, sind Geräte und Schutzsysteme entsprechend der Gerätegruppe und der EPL gemäß der ATEX-Richtlinie 2014/34/EU auszuwählen.

Explosionsfähige
Atmosphäre
Zoneneinteilung
Betreiber
Explosionsfähige Atmosphäre vorhanden EPL
(Geräteschutzniveau)
Gerätegruppe
Gas Zone 0 ständig, langzeitig, häufig Ga II
Zone 1 gelegentlich Gb (Ga)
Zone 2 nicht, selten oder kurzfristig Gc (Ga, Gb)
Staub Zone 20 ständig, langzeitig, häufig Da III
Zone 21 gelegentlich Db (Da)
Zone 22 nicht, selten oder kurzfristig Dc (Da, Db)

 


 

ATEX-Erläuterung: (ATEX-Druckgeräte-Komplexität)

Druckgeräte bzw. Armaturen fallen ab einem inneren Überdruck von > 0,5 bar in den Anwendungsbereich der Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU. Der Anwendungsbereich der ATEX-Richtlinie 2014/34/EU Artikel 2 (4.) und der harmonisierten Norm DIN EN ISO 80079-36 bezieht sich nur auf übliche atmosphärische Bedingungen.

Diese Bedingungen werden definiert mit:

  • Temperaturbereich – 20 °C bis + 60 °C;
  • Druck 80 kPa (0,8 bar) bis 110 kPa (1,1 bar); und
  • Luft mit üblichem Sauerstoffgehalt, gewöhnlich 21 % (V/V)

D.h. im überdruckbeaufschlagten Innenbereich eines Druckgerätes werden im Betriebsfall keine atmosphärischen Bedingungen herrschen (pe 0,5 bar > pamb 1,1 bar oder pabs 1,6 bar > pabs 1,1 bar).

Im Falle des Einbaus, der Inbetriebnahme und der Außerbetriebnahme sowie im Störfall können atmosphärische Bedingungen im sonst druckbeaufschlagten Innenbereich des Druckgerätes vorkommen. Unsere Zündgefahrenbewertung umfasst die Betrachtung von potentiellen Zündquellen auch im Druckraum bei atmosphärischen Bedingungen.

Auch unter nicht üblichen atmosphärischen Bedingungen, explosionsfähiges Gemisch genannt, kann es zu Explosionen kommen (Verbrennungsmotor). Die Grenzwerte aus den o.g. ATEX-Schriften gelten hierfür nicht und müssen vom Betreiber der Anlage in Erfahrung gebracht werden. Der Betreiber muss geeignete Schutz-Maßnahmen zur Vermeidung der explosionsfähigen Atmosphäre und des explosionsfähigen Gemisches im Inneren der Armatur (Druckraum) treffen.

 


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